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Teichschlucht

"Woutenbach" oder "Wuttenbach" (der wütende Bach), so lautete einst der Name von Gütenbach. Mit Recht, denn vermutlich nahmen die einstigen Bewohner den "wilden Bach", der zunächst durch das ganze Ortsgebiet lief und schließlich mit noch vielen anderen Bachzuläufen "wutend" zu Tale stürzte, vor 600 Jahren zur Namensnennung ihrer noch jungen Siedlung.

Wutach

Daß selbst der Bach durch den Ort, wie auch die Nebenbäche zur Zeit der Gletscherschmelzen durch ihr Bett "gewutet" haben, zeigen über Jahrtausend alte Steine, die, getrieben vom Druck des Wassers, weite Wege zurück gelegt haben und dabei regelrecht abgeschliffen wurden. Irgendwann beruhigten sich große und kleine Bäche wurden ruhig - wurden "gut", woraus schließlich der "gute Bach" oder "Gutenbach" entstanden sein mag. Man kann es nur annehmen und darüber ein wenig philosophieren.

Wutach

Zum Ende des Dorfes stürzten diese, sicherlich großen Mengen an Wasser, in eine Schlucht, welche in alten Schriften immer als die "Deichschlucht" erwähnt wird. In den 50er Jahren wurde sie schließlich zur "Teichschlucht" umgetauft. Beide Namen geben immer noch Rätsel auf und geben gerne Anlaß zu Diskussionen. Weder das Wort "Deich", im eigentlichen Sinne ein Schutzwall gegen Wasser, noch das Wort "Teich", im eigentlichen Sinne ein Weiher oder Ententeich, machen Sinn für die heutige Namensgebung. Heute heißt die Schlucht "Teichschlucht" - woran sich wohl nichts mehr andern wird.

Diese Schlucht ist nun Gegenstand einer näheren Betrachtung. Zwar ist die Schlucht in allen nur möglichen Wanderkarten eingetragen, doch so richtig ernst genommen wird sie nicht. Das hat auch sein Gutes. Die Schlucht wird nicht vermarktet wie anderorts ähnliche Naturwasserfälle. Es wäre wohl zu mühsam, dem bequemen Auto- oder Busfahrer einen Marsch durch diese einmalige Schlucht zuzumuten. Nur diejenigen, die bewußt die Teichschlucht auf ihrer Wanderkarte suchen, haben das einmalige Erlebnis, nicht nur das zu Tale stürzende Wasser zu bestaunen, je nach Jahreszeit mehr oder weniger heftig strudelnd und schäumend, sondern auch eine unbeschreibliche unberührte Natur erleben zu dürfen.

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Die ungezähmten Wasserstürze haben in Millionen von Jahren Tonnen schwere Steine genauso geschliffen wie in den oben erwähnten kleineren Bächen. Wer den Mut hat bei der Schneeschmelze, oder nach langen Regenfallen die Schlucht zu begehen, vernimmt nicht nur das ungeheure Rauschen des Baches, sondern hört im Untergrund ein Donnern oder ein gewaltiges Murmeln, wenn schwere Bachsteine mit der Gewalt der Natur wieder um einige Zentimeter oder Meter von ihrem Stammplatz geschoben werden.

Die Schlucht ist ein typisches "Erosionstal". Durch das Absinken der Rheinebene entstanden diese sogenannten V-Einbrüche und hinterließen riesige Stein- oder Geröllhalden. Kaum irgendwo im Schwarzwald kann man das Ergebnis dieser Urgewalten besser sehen, erkennen und erleben als in der "Teichschlucht" bei Gütenbach. Kahl und öde waren einst diese riesigen Geröllhalden. Den Bäumen nach zu urteilen begann die Vegetation vor 150 Jahren, und es ist kaum erklärbar, wie auf und zwischen riesigen Steinen Keimlinge von Fichten, Tannen und Buchen einen Halt zum Wachstum finden konnten. Die ganze Schlucht wurde deshalb zum Bannwald erklärt. Millionen alte Steine werden zum Teil zärtlich mit Moos überdeckt. Steile Felshänge wurden schon zum Training für Felsenkletterer benutzt, Granit und Gneis vereinigen sich in riesigen Felsbrocken und sind herrliche Objekte für Geologen.

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In der schlechten Zeit der Arbeitslosigkeit der 20er Jahre hatte der damalige Vorstand des Schwarzwaldvereins der Ortsgruppe Gütenbach Erwin Schwer die Idee, die Teichschlucht zu erschließen, beziehungsweise entlang des Bachverlaufes einen Wanderweg anzubringen. Für diese Idee müßte man ihm noch heute ein Denkmal setzen, wenn man angesichts des steinigen Geländes diese Arbeit richtig würdigen möchte. Doch die Hochachtung gebührt vor allem den mutigen Mannern, die nur mit Pickel und Schaufel dieses Werk vollendet haben. Respektvoll hielt man Abstand vom wilden Wasser und dem Quellpunkt der "Wilden Gutach". Trotzdem riß 1993 der überschwemmte Teichbach ein Stück des Wanderweges an sich.

Das Wildwasser der Teichschlucht endet im Tal "Wildgutach". Es ist sicher vernünftig in der einzigen Gastwirtschaft in diesem ruhigen Flecken Landschaft, im "Löwen", ein kräftiges Vesper einzunehmen, denn wer diese Schlucht bergaufwärts erklimmen mochte, muß kräftig auf den Beinen sein. Nur bergaufwärts ist das Begehen der Teichschlucht ein wirkliches Erlebnis. Der Höhenunterschied beträgt ca. vierhundert Meter mit einer Gehzeit von einer drei viertel Stunde. Nur mit einer Art innerer Andacht wird man das Erlebnis dieses unverdorbenen Flecken Natur richtig genießen und erleben können. Danach öffnet sich das Tal. Gütenbach, eingebettet von Hängen und Wäldern, lädt sie zum Verweilen ein.

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Balzer Herrgott

Bis in die Jahre nach dem zweiten Weltkrieg wurde der Korpus umrankt von Sagen und Legenden. Durch eine späte mündliche Überlieferung eines "Pius Kern" (geb. 1859- gest.1940) aus Wildgutach, in den dreißiger Jahren, weitergegeben durch Oskar Fahrländer 1993, konnte der Legende, die "wahre Geschichte" über die Herkunft der Christusfigur entgegengesetzt werden.

Balzer Herrgott

Im Jahre 1844 wurde der "Königenhof" durch eine Lawine völlig zerstört und damit auch das Hofkreuz. Arme und Beine wurden dabei vom Korpus getrennt. Den Korpus trugen junge Burschen heimlich durch den Wald bis zum heutigen Platz. Einige Zeit lag der Korpus nun in der Nähe der noch jungen Buche. Schon um die Jahrhundertwende befestigten zwei Gütenbacher Uhrmachergesellen den am Boden liegenden Korpus an der jungen Buche. Der wachsende Baum umschlang nun Jahr für Jahr den Korpus, bis schließlich nur noch der Kopf sichtbar war. Bildhauer Josef Rombach mußte diesen schon zwei mal freilegen um dem Kulturdenkmal noch die richtige Würde zu verleihen.

Balzer Herrgott

Einige Daten zum Balzer Herrgott

Stand des Baumes: Ehemaliges freies Ackergelände des "Winkelhauses" auf der Gemarkung Gütenbach, abgerissen 1913
Herkunft des Namens "Balzer": vermutlicher "Balzplatz" der Auerhähne
Herstellort des Korpuses: Steinhauerei in Pfaffenweiler bei Freiburg
Material: Kalksandstein
Ehemaliger Standort des ganzen Kreuzes: "Hofkreuz" des Königenhofes im Wagnerstal, Gemarkung Neukirch

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